Energy & utilities · Germany · Direktvermarktung

Deutschland zwingt jede Solaranlage ab 100 Kilowatt an einen privaten Direktvermarkter — der setzt die Gebühr fest, und der Wechsel kostet zehn Tage plus neuen Zähler.

Die deutsche Direktvermarktungspflicht — die gesetzliche Pflicht jeder Solar- oder Windanlage ab 100 kWp, ihren Strom über einen privaten Direktvermarkter am Großhandels-Spotmarkt zu verkaufen — beißt schon heute. Im April 2026 hat die neue Union/SPD-Koalition eine EEG-Novelle (Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes) vereinbart, die die Schwelle stufenweise absenkt: 90 kWp ab Januar 2027, 75 kWp ab Januar 2028, 25 kWp ab Januar 2029. Ist die Anlage einmal angemeldet, setzt der Direktvermarkter die Gebühr fest; steigt sie, kostet der Wechsel zehn Werktage und einen neuen Zähler.

01 Der Schmerz

Ein deutsches Solardach jenseits der 100 Kilowatt Peak darf seinen Strom nicht selbst verkaufen. Der Eigentümer muss ihn einem Direktvermarkter übergeben — einem privaten Stromhändler, der die Kilowattstunden am Großhandels-Spotmarkt absetzt und im Gegenzug einen Aufschlag zahlt, die Marktprämie (sie schließt die Lücke zum bei Inbetriebnahme festgelegten EEG-Referenzwert). Das Ganze heißt Direktvermarktungspflicht.1 Im April 2026 hat die Union/SPD-Koalition eine EEG-Novelle (eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes) beschlossen, die die Schwelle stufenweise absenkt: 90 kWp ab Januar 2027, 75 kWp ab Januar 2028, 25 kWp ab Januar 2029.2

Ist die Anlage einmal angemeldet, wird der Betreiber von zwei Seiten in die Zange genommen. Den Tarif setzt der Direktvermarkter (üblich sind 0,50 bis 5 Euro je Megawattstunde plus monatliche Grundgebühr) — und Betreiber im Photovoltaikforum (dem zentralen deutschen Anlagenbetreiber-Forum) berichten von Gebührensprüngen um mehrere hundert Prozent innerhalb einer einzigen Vertragslaufzeit.3 Der Wechsel kostet zehn Werktage Ummeldung beim regionalen Netzbetreiber plus einen neuen Zählpunkt. Einem Betreiber wurde der 750-kW-Vertrag mit sechs Wochen Frist gekündigt: zu kurz, um Ersatz aufzutreiben.4

Die Rechnung wird unschön. Die erzielten Marktwerte sanken im Juni 2025 auf 1,84 Cent je Kilowattstunde — eine Vermarktergebühr von 3.000 Euro im Jahr kann den gesamten Marktprämienzuschlag einer Anlage im Sub-Megawatt-Bereich auffressen.2 Direktvermarktung lohnt sich derzeit schlicht nicht.

Ab Januar 2029 muss jede Solaranlage ab 25 kWp ihren Strom an einen privaten Direktvermarkter übergeben.
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Einem Betreiber im Photovoltaikforum hat sein Direktvermarkter gerade eine Grundgebühr von 175 Euro im Monat für ein 66-kWp-Dach in Rechnung gestellt. Ein anderer hat geschrieben, der Vermarkterwechsel habe ihn zehn Werktage und einen neuen Zähler gekostet. Ihre Kunden lesen genau jetzt diese Seite.
„Wie hoch ist die Gebühr?" — fragt jeder Betreiber. „Kommt drauf an." — antwortet jeder Direktvermarkter. „Worauf?" — eben.
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02Who solves this today

Vier am deutschen Markt aktive Direktvermarkter, die Direktvermarktung öffentlich an Sub-Megawatt-PV- und Windbetreiber adressieren — genau die Größenklasse, die die EEG-Novelle 2026 stufenweise bis 2029 unter die Pflicht zieht. Jede Startseite wurde am Tag der Recherche live geprüft. Die Liste ist bewusst eng; der lange Schwanz von Stadtwerken-Backoffice-Partnern bleibt außen vor.

Kölner Virtuelles-Kraftwerk-Betreiber. Die Startseite bewirbt Direktvermarktung als eigenständiges Produkt neben Fahrplanbetrieb, Regelenergie und Redispatch 2.0 — abgedeckt werden Biogas, Solar, Wind, KWK und Batteriespeicher. Selbstvermarktung: klar erkennbar.
next-kraftwerke.de
Berliner SaaS-Plattform. Die Startseite bewirbt ein White-Label-Direktvermarktungsprodukt samt Abrechnung, Bilanzkreismanagement, Marktkommunikation und Kundenportal — vertrieben sowohl an Versorger, die Direktvermarktung als Dienstleistung anbieten, als auch direkt an Anlagenbetreiber über die Endkundenmarke LUOX Energy.
lumenaza.de
Düsseldorfer Direktvermarkter. Die Startseite bewirbt Q.nect Solar — „effiziente Vermarktung und Belieferung für Solarparks ab 100 kW", mit Fernsteuerung, Redispatch 2.0, Marktkommunikation und digitalem Onboarding — dazu PPAs, Weiterbetriebsverträge nach EEG-Förderende sowie kombinierte Batterie- und Co-Location-Dienste.
quadra-energy.com
Düsseldorfer deutsche Tochter des norwegischen Statkraft-Konzerns. Die Startseite führt Direktvermarktung als zentrales Kundenangebot (neben Batterievermarktung, PPAs, Trading & Hedging und Zertifikaten) und hält eine eigene Landingpage des Direktvermarktungsteams sowie Redispatch-2.0-Hinweise für Betreiber vor.
statkraft.de

Angrenzende Anbieter wurden geprüft. Energy2market (e2m), In.power und MVV Trading Hub bewerben Direktvermarktung am deutschen Markt öffentlich, doch ihre Startseiten haben aus dieser Umgebung am Tag der Recherche entweder einen Timeout produziert oder die DNS-Auflösung verweigert und konnten so nicht verifiziert werden — sie sind reale Akteure in diesem Marktsegment und kommen nach, sobald sie erreichbar sind. Tibber bleibt außen vor, weil dort dynamische Endkundentarife vermarktet werden und nicht erzeugerseitige Direktvermarktung. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) und das Fraunhofer ISE tauchen in Abschnitt 01 als nationale Regulierungsbehörde beziehungsweise als Forschungsinstitut auf, nicht als Drittanbieter von Lösungen.

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Operators discussing this

These are real German PV operators talking about Direktvermarktung fees, contract terms, and exits on the Photovoltaikforum — in their own words. They are the reason this page exists.

  • «Die Tarife scheinen gleich zu bleiben: 3% Gebühr, die Vermarktungskosten bleiben variabel. … Bei mir war das ein Minusgeschäft. Darum bin ich raus.»

    "The rates seem to stay the same: 3% fee, the marketing costs remain variable. … For me it was a losing business. That's why I got out."

    Direktvermarktung von Klein-Anlagen bei Lumenaza — Seite 242 · Photovoltaikforum — 242+ page running thread; 5 distinct German PV operators on the single page sampled (Stefan12345 at 102 kWp, InaktiverUser, dna, Soleil-2021 at 29.93 kWp, PV im Tal), thread spans years with the sampled page dated July–August 2024.

  • «Für die Vermarktung meines Stroms nimmt mein Direktvermarkter… ca. 175 € pro Monat. Das ist schon eine ganz schöne Summe!»

    "For the marketing of my electricity my Direktvermarkter charges… about €175 per month. That's already quite a sum!"

    Kosten von Direktvermarktern vergleichen lohnt sich! · Photovoltaikforum — 4 distinct operators (SUNTRADE24 at 66 kWp, Schmicks at 14 kWp, mctobler, Bosse33); opened 26 March 2024, latest post 5 August 2025 — a 17-month arc, latest post 280 days old.

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